Künstlerin 03

Felicitas von Lutzau

Vervielfachte lichttragende Figuren in einer mondbeschienenen Felslandschaft
Rage against the dying of the light

Felicitas von Lutzau verwandelt nächtliche Landschaften in Resonanzräume, in denen Körper, Licht und Dauer ihre festen Grenzen verlieren.

In Rage against the dying of the light erscheinen nackte Körper nicht als klassische Porträts, sondern als zeitlich versetzte Spuren. Durch Langzeitbelichtung vervielfachen sie sich, lagern sich in Felsformationen ein oder setzen leuchtende Markierungen in die Dunkelheit. Einzelne Handlungen werden zu einem gleichzeitig sichtbaren Feld – die lineare Zeit scheint für einen Moment aufgehoben.

Die Körper wirken verletzlich und behaupten dennoch ihren Raum. Sie ruhen, tragen Licht, bilden Kreise und Konstellationen. Landschaft ist dabei weder Kulisse noch Gegenwelt. Sie antwortet auf die Eingriffe und wird zum Gegenüber, an dem sich Projektion, Erinnerung und das Unheimliche verdichten.

Auch die Entstehung der Bilder folgt einer gedehnten Zeit. Stundenlange Arbeit in der Nacht, minimale Bewegungen und kurze Lichtsetzungen schreiben sich in eine einzige Aufnahme ein. Unterbrechung verschwindet nicht, sondern wird zur Form. So verbindet die Serie die fotografische Methode mit der Frage von s t r e t c h: Wie kann künstlerische Präsenz bestehen, wenn Zeit immer wieder neu geschaffen werden muss?

Von Lutzau studierte Fotografie und Philosophie an der Hochschule für Gestaltung Offenbach sowie am Camberwell College of Arts in London. Ihre Arbeiten wurden international gezeigt, unter anderem in Paris, Los Angeles und Japan.

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